"Ostpeußisch Platt"

Sprache für die Nachwelt retten 
 
Die Arbeitstagung im April 2005 stand ganz im Zeichen des 20-jährigen Bestehens der Arbeitsgemeinschaft.
 
Erhalt und Verbreitung der Heimatsprache ist das Ziel der Arbeitsgemeinschaft "Ostpreußisch Platt", mit Sitz in Bielefeld.
 
Am 08. und 09. April 2005 trafen sich die Teilnehmer dort im Brenner-Hotel Diekmann. Die Jubiläumstagung wurde durch ein aufgelockertes Programm gestaltet. Begrüßt wurden die Gäste vom 1. Vorsitzenden Siegfried Grawitter und der Stellvertreterin Waltraut Liedtke. Auch Eckard Steiner, Vorsitzender der Kreisgemeinschaft Gumbinnen, richtete seine Grußworte an die Anwesenden. Erschienen waren auch Karin Banse, stellv. Vorsitzende, und Gerda Nasner, die beide in der Kreisgemeinschaft Gumbinnen tätig sind.
 
In seiner Begrüßungsrede hob S. Grawitter insbesondere die Verdienste von Begründer und Ehrenmitglied Dietrich Goldbeck (95) hervor sowie der langjährigen Vorsitzenden Hildegard Linge (verst. im Dez. 2003). Herrn Goldbeck wurde von der Stellvertreterin Waltraut Liedtke eine Urkunde überreicht. Der Vorsitzende bedankte sich auch bei den Gründungsmitgliedern Eva Behling, Grete Grün, Albrecht Hagen, Christel Raudschus und Herta Peitschat für die intensive Mitarbeit. Alle erhielten ebenfalls eine Urkunde. Auch für die übrigen Mitglieder fand er lobende Worte für die rege Teilnahme und Mitarbeit.
 
1985 wurde die Arbeitsgemeinschaft gegründet mit dem Ziel, das „Ostpreußisch Platt" als Mundart weiterhin für unsere Nachwelt zu erhalten, denn die Sprache ist ein nicht zu unterschätzendes Kulturgut, das nicht vergessen werden darf. Mit Unterstützung von Dr. Ulrich Tolksdorf, vom „Preußischen Wörterbuch" der Universität Kiel, machte man sich damals an die Arbeit. Schon bei den ersten Treffen waren nicht nur Gumbinner, sondern auch Ostpreußen aus den Kreisen Insterburg, Tilsit-Ragnit, Pillkallen-Schloßberg, Stallupönen-Ebenrode, Darkehmen-Angerapp und Goldap mit dabei.
 
Für alle war eines wichtig, gemeinsam die Liebe zum heimatlichen Platt zu erhalten. Nach dem Tod von Dr. Tolksdorf 1992 konnten seine Nachfolger Dr. Reinhard Goltz und Dr. Martin Schröder gewonnen werden, um die erfolgreiche Arbeit der Gruppe weiterhin zu unterstützen.
 
Dem Engagement der Arbeitsgruppe ist es zu verdanken, daß inzwischen das 370 Seiten umfassende Werk „Eck vertäll miene Jeschichte" im Elwert Verlag, Marburg, erschienen ist. Verfasser sind Dr. Goltz und Dr. Schröder. Darin gesammelt sind frei geschilderte Geschichten aus der Heimat, wie z. B.: Menschen und Landschaften, Arbeit und Altag, Erlebnisse und Ereignisse und noch vieles mehr. Niedergeschrieben, natürlich alles in Platt. Darüber hinaus haben Waltraut Liedtke und Hildegard Linge ein plattdeutsches Arbeitsheft mit dem Titel „Läwe un Sproak tohus oppem Land" herausgegeben. Es sind dann noch weitere kleine Broschüren wie z.B.: „Rezepte ut Omas Koakbook" und Lieder der Arbeitsgemeinschaft erschienen.

Das Programm der Jubiläumstagung war an beiden Tagen gut abgestimmt. Es wurden Geschichten vorgelesen, Lieder aus der Heimat gesungen, kleine Anekdoten erzählt und auch Lustiges vorgetragen, wo man auch einmal in sich hineinschmunzeln konnte. Am Abend traf sich die Gruppe dann zu einem geselligen Beisammensein. Es wurde viel Platt geredet, und zu Akkordeonklängen von Charlotte Hünken und Heinz Grawitter wurden Lieder gesungen und einiges zum besten gegeben.
 
Am Abschlußtag zog S. Grawitter noch einmal ein kurzes Resümee und bedankte sich bei allen Teilnehmern für die an beiden Tagen gute Zusammenarbeit. „Wir haben noch einiges zu tun und wollen weiterhin tatkräftig ans Werk gehen", betonte er in seinem Schlußwort. Mit dem gemeinsam gesungenen Ostpreußenlied klang dann die Veranstaltung aus. 

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