Übersicht
Quelle: Gumbinnen von Dr. Grenz
 
Matzhausen (Matzutkehmen): Kirchspiel Groß-Waltersdorf (Walterkehmen). Amtsbezirk und Standesamtsbezirk Groß-Waltersdorf (Walterkehmen). — E.: 285. GH.: 860— RM. G.: 609 ha. —
 
Zuletzt einklassige Volksschule. 1898/99 Lehrer Neumann (lt. Verw.-Ber. 1898/99). Nach Verw.-Ber. 1905 soll im Jahre 1906 auf dem Schulanwesen ein neues zweiklassiges Schulhaus erbaut werden; auch sollen an den Nebengebäuden umfangreiche Verbesserungen vorgenommen werden. Im Bericht für 1906 heißt es, daß der Neubau des Schulhauses auf das Jahr 1907 verschoben worden ist. Im Bericht für 1907 wird angegeben, daß der Bau fertiggestellt und im Herbst 1907 bezogen worden ist. 1925: Lehrer Otto Neumann und Lehrer Hans Seiler. 1937: Lehrer Otto Lubjuhn (lt. OF bis zur Vertreibung im Amt). —
 
1937: Bürgermeister Bauer Wilhelm Schlaugat (lt. OF 1966: bis zur Vertreibung im Amt). —
 
Post: Meldienen, Kr. Goldap (19 km). —
 
Besitzer: Fritz Durchholz. —
 
Landwirte: Franz Arndt, Erich Bonnet, Otto Büchler, Friedrich Graßat, Wilhelm Kollwitz (Landwirt und Schneider), Otto Neitz, Berta Oumard, Erich Pfelzer, Paul Reichhoff, Otto Rossian, Hermann Sahnau (Landwirt und Maurer), Otto Urbat, Berta Wallet, Fritz Wallet. —
 
Bauern: Fritz Bonnet, Fritz Grisard, Otto Heisrath, August Kaul, Friedrich Kolberg, Kurt Kolberg (Jungbauer), Franz Kollwitz, Hans Kollwitz (Jungbauer), Hermann Oschkinat, Johann Pfelzer, Otto Pillukeit, Erich Preß, Friedrich Rossian, Ernst Schlaugat, Wilhelm Schlaugat, Fritz Schmeling, Hermann Theophil. —
 
Handwerker: Gutsschmied Gustav Bube, Schuhmacher Albert Dannowitz, Schmiedemeister Friedrich Görke, Müllermeister Jakob Hartmann, Schneider und Landwirt Wilhelm Kollwitz, Schneider August Nitsch, Maurer und Landwirt Hermann Sahnau, Maurer Fritz Satur, Schneidermeisterin Auguste Steiner. —
 
Gutsverwalter Hermann Krüger. —
 
Ferner: Melker Franz Demant, Knecht August Grigoleit, Hirt Wilhelm Günter, Melker Wilhelm Kepalies, Gespannführer Franz Kerbstat, Nähterin Auguste Kuntermann, Landw.-Gehilfe Erich Lauks, Melker Ludwig Leibinn, Knecht Adolf Müller, Wirtin Luise Paulat, Hofgänger August Pohl, Wirtschafter Karl Saffran, Gastwirt und Landwirt Max Segatz, Melkergehilfe Franz Steindorf, Melkergehilfe Willi Steindorf, Kaufmann Max Tellner, Kaufmann und Gastwirt Erich Wernien, Obermelker Franz Wunck, Hirt Franz Zöllner, Hofgänger Heinz Zöllner. —
 
Deputanten: Franz Schäfer, Friedrich Schukat. —
 
Arbeiter: Fritz Dümont (Freiarbeiter), Gustav Herms (Landarbeiter), Hermann Kalweit (Landw.-Arbeiter), Franz Knoch, Fritz Kring, Fritz Marquardt (Freiarbeiter) Franz Müller, Otto Pohl, Emil Satur, Otto Satur (Freiarbeiter), August Schlicker, Fritz Steinbis. —
 
Sozialstatus: 4 Rentner, 5 Rentenempfänger, 3 Rentenempfängerinnen, 7 Altsitzer, 5 Altsitzerinnen, 1 Altenteilempfängerin, 1 Kleinrentner, 1 Invalide, 1 Witwe. —
 
1925: gehört Matzutkehmen noch mit Meldienen zusammen, das später in den Kreis Goldap gehört: Gutsbesitzer Otto Heisrat, Guts- und Mühlenbesitzer Robert Rahm, 14 Besitzer, 1 Mühlenwerkführer (Ferdinand Steiner), 1 Wirtschafterin (Minna Wischnat), 2 Lehrer, 1 Oberpostschaffner (Gottlieb Festerling), 1 Postschaffner (Heinrich Wesse), 1 Postschaffner a. D., 6 Kleinbesitzer, 1 Kaufmann, 2 Gastwirte, 1 Schmied, 1 Pferdepfleger,  1  Schneidermeisterin, 1 Schneiderin, 1 Nähterin, 1 Sattler, 1 Schneider, 2 Maurer. —
 
Im Archiv der Kreisgemeinschaft Gumbinnen 1 Ortsfragebogen von 1966 mit 4 Beiblättern.

Der Ort lag an der Rominte.
Vor Erbauung der zweiklassigen Schule bestand eine einklassige. Hinter der alten einklassigen wurde 1907 der Neubau errichtet. Es waren damals fast 100 schulpflichtige Kinder am Ort, so daß man zu dem Neubau gezwungen war. Trotz der 2 Klassenräume wurde in den letzten Jahren vor der Vertreibung nur 1 Klasse benutzt, weil keine 50 Kinder waren. Letzter Lehrer war Otto Lubjuhn.
Das Dorf Matzhausen lag im Tal der Rominte, und es bestanden im Dorf Brücken: eine Beton- und eine Holzbrücke, die nach dem Ersten Weltkrieg neu erbaut wurden. Die alten Brücken waren im Krieg (Winter 1914 und 1915) gesprengt. Wo jetzt die Betonbrücke erbaut wurde, befand sich eine Eisenbrücke mit Holzbelag. Die Holzbrücke wurde noch im Sommer 1915 fertiggestellt. An der Eisenbrücke legte man zuerst eine Notbrücke dicht daneben an, und erst Ende der zwanziger Jahre kam es zum Neubau. —
Zuständiger Amtsvorsteher des Amtsbezirk Groß-Waltersdorf war der Bauer Hans Ritter aus Roeden.
Zuständiger Polizeiposten in Groß-Waltersdorf (Polizeimeister Nielewski).
2 Gastwirtschaften in Matzhausen: Erich Wermin und Max Segatz.
Zuletzt bestand nur noch 1 Kaufladen. Erich Wermien (Wernien) hatte seinen Laden aufgegeben und die Gastwirtschaft mit dem Laden gekauft.
 
6 selbständige Handwerker: Maurermeister Hermann Sahnau, Schmiedemeister Friedrich Görke, Sattlermeister Otto Urbat, Stellmachermeister Paul Reichhoff, Schneidermeister Wilhelm Kollwitz, Schneidermeisterin Auguste Steiner, Malermeister Fritz Durchholz.
In der Gemeinde 31 landwirtschaftliche Betriebe: 8 Betriebe von 0,5 bis 5 ha, 7 Betriebe von 5—10 ha, 9 Betriebe von 10—20 ha, 5 Betriebe von 20 bis 100 ha, 2 Betriebe über 100 ha.
 
Die Betriebe von 0,5—5 ha: Emma Büchler, Fritz Durchholz, Emil Grießard, Wilhelm Kollwitz, Fritz Kuntermann, Otto Neitz, Otto Urbat, Hermann Sahnau.
 
Die Betriebe von 5—10 ha: Franz Arndt, Friedrich Graßat, Otto Lubjuhn (Schulland), Hermann Oschtinat, Berta Oumard, Paul Reichhoff, Fritz Schmeling.
 
Die Betriebe von 10—20 ha: Erich Bonet, Fritz Grießard, August Kaul, Minna Kolberg, Otto Rossian, Otto Pillukeit, Erich Preß, Max Segatz, Fritz Wallat.
 
Die Betriebe von 20—100 ha: Franz Kollwitz, Erich Pfelzer, Wilhelm Schlaugat, Ernst Schlaugat, Hermann Theophil.
 
Die Betriebe über 100 ha: Siegfried Heisrath, Eliese Rahm.
 
Im Ort war eine Wassermühle für Kundenmahlerei. Die Mühle gehörte Frau Eliese Rahm, und gab für das Gut auch noch genug elektrischen Strom für Kraft und Licht. —
Verkehrslage: Die Straße von Matzhausen nach Jockeln und nach Langenwasser waren Kiesstraßen. Die andere Straße nach Pfalzberg war bis zur Schule mit Kies befahren. Die andern Straßen waren Feldwege. Nach der Kreisstadt 18 km, zur Bahnstation Gnadenheim 3 km. —
Feuersbrünste: Einmal ist die Mühle von Rahm abgebrannt; ein anderes Mal brannte bei Nacht der große Stall des Mühlenguts nieder; hierbei kamen auch Kühe und der Bulle zu Tode. In den zwanziger Jahren brannte der Hof von Hermann Theophil ab. —
1914 beim Russeneinfall im August/September war nichts abgebrannt. Viele Bauern wurden von den Russen eingeholt und konnten wieder zurückkehren. Beim 2. Russeneinfall im Winter 1914/15 sind erneut alle Einwohner geflüchtet. Jetzt war im Dorf das Haus von Hans Brandtner als einziges abgebrannt. In den Abbauten sind die Russen nur am Tage gewesen, haben Futter und Stroh im Dorf geholt und ihre Pferde im Freien gefüttert. In unseren Ställen sind keine gewesen, aber das Futter, die Sommerung, aus der Scheune war bis auf ein Fach mit Roggen gänzlich fort. Auch die Möbel aus dem Haus waren verschwunden. In der Schule hatten die Russen ein Lazarett eingerichtet. Die Pferde konnte mein Vater erhalten; es handelte sich um einen alten Pferdeschlag von meinem Großvater (Stutbuchstuten). Das übrige Vieh war vollständig verschwunden und mußte nach und nach neu angeschafft werden. —
 
Im Archiv der Kreisgem. Gumbinnen ferner 1 Lageplan des Ortes mit Eintragung von 37 Anwesen. (Am Fragebogen und den Beiblättern sind die Planerläuterungen angeheftet).


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