Gumbinnen — Neustädtische oder Reformierte Kirche.

Die Reformierte Kirchengemeinde von Gumbinnen besteht mindestens seit 1714, dem Jahr der ersten Nennung eines Pfarrers (eine Tabelle des 18. Jahrhunderts gibt erst 1736 an). Die Kirche 1736—39 nach Entwurf von Schultheiß von Unfriedt errichteter verputzter Ziegelsteinbau auf kreuzförmigem Grundriß. Der vorgelegte Turm ist unvollendet. Der gewölbte Innenraum ist geschickt gegliedert, im übrigen einfach mit seitlichen tiefen Emporen. Die Kanzel an der Ostwand hat eine Doppeltreppe, davor der schlichte Altartisch. 1912 wurde die Ausmalung erneuert. Die Orgel ist ein Werk von Casparini 1760, 1905 erneuert. Die Weihe der drei Glocken fand 1744 statt. 
 



An der Neustädtischen Kirche amtierten folgende Pfarrer: 

Wasmuth, Heinrich 1714—1755. Kühn, Friedrich Wilhelm 1747—1749 als Ad-junkt. Krulle, Johann Gerhard 1749 bis 1755 als Adjunkt und 1755—1799 als Stelleninhaber. Müller, Johann Heinrich 1801—1818. Kramer, Karl Friedrich 1819—1848. Muttray, Johann Wilhelm 1848 als Adjunkt und 1849—1861 als Stelleninhaber. Buchholz, Wilhelm Hermann 1862 bis 1875. Schinck, Richard Adalb. Wilhelm 1875—1908. Liedtke, Franz Theodor 1908—1913. Stutzke, Walter 1914 als Verwalter. Schröder, Leopold Wilhelm 1914 bis 1934. Moritz, Bruno 1934—1945. — Als Hilfsprediger amtierten: Bock, Friedrich Wilhelm ab 1891. Kowalewski, Friedrich Otto 1895—1896. Ebner, Paul Friedrich Bruno ab 1896. Henski, Friedrich 1899—1900. Hoese, Ad. Joh. Wilhelm. Alex. 1902. John, Emil 1902—1903. Knorr, Kurt 1903—1910. Lehmann, George Max bis 1910. Schröder, Leopold Emil 1909—1914?

An der selben Kirche amtierten die Pfarrer der Französisch-reformierten Gemeinde: 

Remy, Jean Pierre 1731—1736. Audouy, Jean Jaques 1738—1763. Rocholl, J. Pet. Chr. 1763—1777. Von Pf. Krulle (Neustadt) verwaltet 1777—1779. Lüls, Johann Ernst 1779—1798. Müller, Johann Heinrich 1799—1801. Bierbrauer, Phil. Gottfried 1801—1807. Gossauer, Franz Leopold 1807—1808.



Kanthausen (Judtschen) — Reformierte Kirche

Nach der Pest 1709/10 bildete sich die reformierte Gemeinde aus Schweizern und deutschen Kolonisten. 1727 wurde die Kirche eingeweiht, ein Ziegelbau mit Holzturm; der Turm wurde in der Folgezeit mehrfach erneuert. Die Kanzelwand nimmt die Ostseite des Innenraums ein, davor der schlichte (reformierte) Altartisch. Die Orgel wurde 1804 eingeweiht. Die Kirche hatte drei Glocken. 
 


In Kanthausen amtierten folgende Pfarrer: 

Ciarenne, David 1714—1729. Andersch, Daniel Ernst 1728—1771. Müller, Johann Christoph 1771—1800 (legte das Amt nieder). Hennig (Henning), Christ. D. 1800—1804 als Adjunkt. Kretschmar, Karl George 1804—1812 als Adjunkt und 1812—1830 als Stelleninhaber. Gillet, Joh. Franz Albert 1831—1834. Keßler, Adolph 1836 bis 1838. Dodillet, Eduard 1839—1861. Muttray, Johann Wilhelm 1861—1883. Kalinowski, Traug. Ed. Phil. 1883—1884. Petrenz, Otto Theod. Bernh. 1885—1909. Lehmann, George Max 1910—1926. Gaser, Karl Friedr. Wilh. 1926—1934. Schultz, Theodor bis 1936 als Hilfsprediger und 1936—1942 als Stelleninhaber. Unbesetzt am 1. 1. 1945. — Nach der Tabelle „Stiftungsjahr der Kirchen in Litthauen", etwa aus der Mitte oder dem Ende des 18. Jahrhunderts, heißt es u. a.: „Jutschen 1721."

(Quelle: Die Kirchen und Pfarrer - Die evangelischen Pfarrer im Kirchenkreis Gumbinnen - nach Friedwald Moeller und Prof. Dr. Walther Hubatsch - aus Gumbinnen von Dr. Grenz)

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